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Kanzlei-Website erstellen lassen: Worauf Anwälte achten sollten.

Seriöses Design, klare Rechtsgebiet-Seiten, korrekte Titel, ein einfacher Erstkontakt und ein vollständiges Impressum: Was eine Website für Anwälte leisten muss.

Von Dennis Mann · 7 Min. Lesezeit · Stand: Oktober 2026

Illustration: Kanzlei-Website mit Rechtsgebieten, Anwaltsprofil und Button zur Terminbuchung

Jemand aus Heidelberg hat eine Abmahnung bekommen und drei Kanzleinamen notiert. Eine davon sitzt in den Mannheimer Quadraten. Er öffnet die drei Websites und vergleicht: Wer kennt sich aus, wer wirkt vertrauenswürdig, wie schnell gibt es einen Termin? Wenn du eine Kanzlei-Website erstellen lassen willst, sind das die Fragen, die sie beantworten muss. Hier zeigen wir, worauf es bei Aufbau, Design, Erstkontakt und Pflichtangaben ankommt.

Kurz gesagt

Eine gute Kanzlei-Website hat eine eigene Seite pro Rechtsgebiet, Profile aller Anwältinnen und Anwälte mit korrekten Titeln und einen einfachen Erstkontakt per Telefon, Formular oder Terminbuchung. Das Design wirkt ruhig und seriös, Mandantenanfragen werden verschlüsselt übertragen. Ins Impressum gehören die anwaltlichen Pflichtangaben wie Kammer, Berufsbezeichnung und berufsrechtliche Regelungen. Dazu kommen gute Lesbarkeit, eine starke Handy-Ansicht und regelmäßige Pflege.

Was erwarten Mandanten von einer Kanzlei-Website?

Wer einen Anwalt sucht, steckt meist in einer belastenden Situation: Kündigung, Trennung, Unfall, Streit mit dem Vermieter. Er will schnell wissen, ob er hier richtig ist und wie es weitergeht.

Damit Mandanten deine Seite bei Google überhaupt finden, braucht es SEO. Darum geht es im Artikel SEO für Anwälte, dort steht auch, was Kanzleien online werben dürfen. In diesem Artikel geht es um die Website selbst: Was muss sie zeigen, wenn der Besucher da ist?

Wie wirkt eine Anwalt-Website seriös?

Seriosität entsteht durch Klarheit, nicht durch Paragrafenzeichen:

  • Ruhiges Design: wenige Farben, gut lesbare Schrift, viel Weißraum, keine blinkenden Elemente.
  • Echte Fotos: Kanzleiräume, Eingang und das Team. Die Justitia-Statue und der Handschlag aus der Bilddatenbank sagen nichts über dich.
  • Verständliche Sprache: Schreib so, wie du es einem Mandanten im ersten Gespräch erklären würdest, nicht wie in einem Schriftsatz.
  • Konsistenz: Logo, Farben und Kanzleiname so wie auf Briefbogen und Kanzleischild.

Welche Seiten braucht eine Kanzlei-Website?

Die Website muss nicht groß sein, aber jede Seite sollte eine klare Aufgabe haben:

Was auf welche Seite einer Kanzlei-Website gehört
SeiteWas dort hingehörtZiel
StartseiteRechtsgebiete, Standort, Erreichbarkeit, Weg zum ErstkontaktOrientierung in wenigen Sekunden
Rechtsgebiet-Seitetypische Anlässe, Vorgehen der Kanzlei, zuständige Person, nächster SchrittZeigen, dass du das Problem kennst
AnwaltsprofileFoto, Werdegang, Titel, Schwerpunkte, SprachenVertrauen in die Person
ErstkontaktTelefon, kurzes Formular, Terminbuchung, Ablauf des ersten GesprächsDie Hürde zum Kontakt senken
KanzleiRäume, Anfahrt, Barrierefreiheit vor Ort, SekretariatZeigen, was den Mandanten erwartet
Impressum und Datenschutzanwaltliche Pflichtangaben, genutzte DiensteBerufsrechtlich sauber auftreten

Wie du allgemein an ein Website-Projekt herangehst, also Ziele, Anbieterwahl und Ablauf, steht im Artikel Webseite erstellen lassen.

Wie baust du eine Rechtsgebiet-Seite auf?

Denk an den Besucher, der mit einer konkreten Sorge kommt. Eine gute Rechtsgebiet-Seite führt ihn in vier Schritten:

  • Anlass erkennen: „Sie haben eine Kündigung erhalten?“ trifft eher als eine Definition des Arbeitsrechts.
  • Vorgehen erklären: Was macht die Kanzlei in solchen Fällen, in welchen Schritten, vor Ort oder per Video?
  • Person zeigen: Wer betreut dieses Rechtsgebiet? Mit Foto und Link zum Profil.
  • Nächsten Schritt anbieten: Telefon, Formular oder Termin direkt auf der Seite, nicht erst unter „Kontakt“.

Allgemeine Informationen ersetzen keine Beratung im Einzelfall. Ein kurzer Satz dazu auf jeder Seite schafft Klarheit für den Leser.

Was gehört in die Anwaltsprofile?

Jede Anwältin und jeder Anwalt verdient deshalb ein eigenes Profil: ein aktuelles, professionelles Foto, Werdegang, Rechtsgebiete, Sprachen und gern ein paar persönliche Sätze dazu, warum man diesen Beruf macht.

Bei Titeln gilt äußerste Genauigkeit. Die Bezeichnung „Fachanwalt“ darf nur führen, wem die Rechtsanwaltskammer sie verliehen hat, so regelt es § 43c BRAO. Das Gleiche gilt sinngemäß für akademische Grade wie Dr. oder LL.M.: nur angeben, was tatsächlich erworben ist, und zwar überall gleich, im Profil, im Seitentitel und auf dem Teamfoto.

Wie gelingt der Erstkontakt über die Website?

Viele Mandanten recherchieren abends, wenn das Sekretariat nicht mehr besetzt ist. Damit sie nicht zur nächsten Kanzlei weiterklicken, braucht es mehrere Wege:

  • Telefon: am Handy mit einem Tipp anrufbar, mit klaren Erreichbarkeitszeiten.
  • Kurzes Formular: Name, Kontaktweg, Rechtsgebiet, Rückrufzeit. Mehr nicht.
  • Terminbuchung: feste Zeitfenster für Erstgespräche, vor Ort oder per Video.
  • Erwartungen klären: Was passiert nach der Anfrage, was soll man zum ersten Termin mitbringen?

Für eilige Fälle lohnt ein deutlicher Hinweis: Wenn eine Frist läuft, besser anrufen als ein Formular schicken.

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Wie schützt du Mandantenanfragen auf der Website?

Schon in der ersten Nachricht steckt oft Vertrauliches. Anwältinnen und Anwälte sind nach § 43a BRAO zur Verschwiegenheit verpflichtet, und Mandanten erwarten zu Recht, dass ihre Daten geschützt sind. Für die Website heißt das in der Praxis:

  • Verschlüsselte Übertragung: Die ganze Seite und besonders das Formular laufen über HTTPS.
  • Datensparsam fragen: Im Formular nur Kontaktdaten und Rechtsgebiet abfragen. Den Sachverhalt schildert der Mandant besser im Gespräch.
  • Uploads überlegt anbieten: Wer Dokumente annehmen will, braucht einen geschützten Weg dafür und klare Regeln, wer Zugriff hat.
  • Transparent informieren: Die Datenschutzerklärung beschreibt, was mit den Angaben passiert und welche Dienste beteiligt sind.
Keine Rechtsberatung: Dieser Artikel beschreibt Anforderungen nur allgemein. Welche technischen und organisatorischen Maßnahmen für deine Kanzlei angemessen sind, prüfst du am besten mit deinem Datenschutzbeauftragten oder deiner Rechtsanwaltskammer.

Was gehört ins Impressum einer Kanzlei?

Für alle geschäftlichen Websites gilt § 5 DDG mit Name, Anschrift, Kontaktmöglichkeit und gegebenenfalls Register und Umsatzsteuer-ID. Für Anwälte kommen berufsbezogene Angaben hinzu:

  • die Rechtsanwaltskammer, der die Anwältinnen und Anwälte angehören, etwa die für den Kammerbezirk zuständige Kammer,
  • die gesetzliche Berufsbezeichnung „Rechtsanwalt“ oder „Rechtsanwältin“ und der Staat, in dem sie verliehen wurde,
  • die berufsrechtlichen Regelungen, also BRAO, BORA, FAO und weitere, und wo man sie nachlesen kann, zum Beispiel auf der Website der Bundesrechtsanwaltskammer.

Die Dienstleistungs-Informationspflichten-Verordnung (DL-InfoV) nennt außerdem Angaben zur Berufshaftpflichtversicherung, darunter Name und Anschrift des Versicherers und den räumlichen Geltungsbereich. Einen Überblick über die berufsrechtlichen Informationspflichten gibt die Bundesrechtsanwaltskammer.

Warum ist Barrierefreiheit auch für Kanzleien ein Thema?

Seit dem 28. Juni 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) für bestimmte Produkte und Dienstleistungen für Verbraucher. Ob es eine bestimmte Kanzlei-Website erfasst, hängt vom Angebot ab und sollte im Einzelfall geprüft werden. Ganz gleich, ob Pflicht oder nicht, Barrierefreiheit lohnt sich: starke Kontraste, ausreichend große Schrift, Alternativtexte für Bilder, eine Bedienung per Tastatur und klare Überschriften helfen allen, auch älteren Mandanten am Handy.

Mobil und gepflegt: Was passiert nach dem Start?

Google verwendet laut eigener Dokumentation die mobile Version einer Website für Indexierung und Ranking. Deine Kanzlei-Website muss also am Smartphone vollständig und angenehm lesbar sein, mit gut antippbaren Kontaktwegen.

Neue Kolleginnen, ein verliehener Fachanwaltstitel, ein Umzug innerhalb der Quadrate oder eine neue Sprechzeit: All das muss auf der Website, im Impressum und im Google-Unternehmensprofil gleich aktuell stehen. Kläre vorab, wer Inhalte ändert und wer sich um Updates und Sicherheit kümmert. Bei unserem Webdesign in Mannheim gehört diese Frage zum ersten Gespräch.

Checkliste: Ist deine Kanzlei-Website gut aufgestellt?

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Häufige Fragen zur Kanzlei-Website

Darf auf meiner Kanzlei-Website „Fachanwalt“ stehen?

Nur, wenn dir die Rechtsanwaltskammer die Fachanwaltsbezeichnung verliehen hat (§ 43c BRAO). Das gilt für jede Stelle der Website: Profilseite, Rechtsgebiet-Seite, Seitentitel und Bildunterschriften. Wer keinen Fachanwaltstitel führt, beschreibt seine Schwerpunkte so, dass keine Verwechslung entstehen kann.

Ist ein Kontaktformular für Mandantenanfragen sinnvoll?

Ja, wenn es kurz ist und sicher übertragen wird. Frag nur ab, was du für den ersten Rückruf brauchst, und bitte darum, Details zum Fall erst im Gespräch zu schildern. Die Übertragung sollte verschlüsselt laufen und das Formular in der Datenschutzerklärung beschrieben sein.

Brauche ich eine Online-Terminbuchung?

Pflicht ist sie nicht, aber für viele Mandanten bequem, vor allem für Berufstätige, die abends recherchieren. Sinnvoll ist eine Buchung für Erstgespräche mit klaren Zeitfenstern. Für eilige Fälle mit laufender Frist sollte daneben immer die Telefonnummer stehen.

Was gehört ins Impressum einer Anwaltskanzlei?

Neben den allgemeinen Angaben nach § 5 DDG nennt das Impressum bei Anwälten die zuständige Rechtsanwaltskammer, die gesetzliche Berufsbezeichnung mit dem Staat, in dem sie verliehen wurde, und die berufsrechtlichen Regelungen samt Fundstelle. Die DL-InfoV verlangt zusätzlich Angaben zur Berufshaftpflichtversicherung. Im Einzelfall klärt das deine Kammer.

Muss eine Kanzlei-Website barrierefrei sein?

Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz gilt für bestimmte Produkte und Dienstleistungen für Verbraucher. Ob es eine einzelne Kanzlei-Website erfasst, hängt vom Angebot ab und sollte im Einzelfall geprüft werden. Ganz gleich, ob Pflicht oder nicht: Alle Besucher profitieren von guten Kontrasten, lesbarer Schrift und klarer Struktur.

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